SIPCC Bild

international – interkulturell – interreligiös

international – intercultural – interfaith

Bildung für Ehrenamtliche in kultur- und religionssensibler Begleitung von MigrantInnen und Flüchtlingen

Erasmus+ ist seit 2014 das Programm der Europäischen Union, um Bildung in verschiedenen Bereichen und den europäischen Austausch zu fördern. Es vereint alle Bildungsförderungen für Schulen, Universitäten und Organisationen im Bereich der Erwachsenenbildung. Einrichtungen, die an Erasmus+ teilnehmen und sich weiterentwickeln und vernetzen möchten, können dies im Rahmen einer Reihe von Aktivitäten tun. Darunter fallen beispielsweise die Schaffung länderübergreifender Kooperationspartnerschaften mit Organisationen aus anderen Ländern zum Erzielen innovativer Ergebnisse und zum Austausch bewährter Verfahren (weitere Informationen).

Nachdem SIPCC zusammen mit anderen Organisationen von 2013 – 2015 ein erfolgreiches EU-Projekt in Erwachsenenbildung durchgeführt hat, wurde nun dieses Projekt im Rahmen von „Innovation und gute Praxis“ als „Strategische Partnerschaft“ beantragt und genehmigt. Es läuft vom 1. September 2016 bis 31. August 2017.

Ziel ist, Menschen in der Erwachsenenbildung Konzepte für die Arbeit mit MigrantInnen und Migranten an die Hand zu geben, wie sie Ehrenamtliche anleiten können, deren eigen Kultur und religiöse Überzeugungen als Ressourcen für ihr Leben in der neue Lebenswelt zu nützen.

Warum führen wir dieses Projekt durch?

Kontext, Hintergrund und Motivation dieser Strategischen Partnerschaft mit dem Titel „Bildung für Ehrenamtliche in kultur- und religionssensibler Begleitung von MigrantInnen und Flüchtlingen“ ist die derzeitige schwierige Situation von MigrantInnen und Flüchtlingen in vielen europäischen Ländern. Die Flucht von vielen Menschen nach Europa und ihre Aufnahme und Begleitung sind Herausforderungen, die Bildung – gerade für Ehrenamtliche – notwendig macht.

Wer macht mit?

In dem Erasmus+Projekt der Europäischen Union vom 1. September 2016 bis 31. August 2017 wirken folgende Organisationen zusammen:

  • Society for Intercultural Pastoral Care and Counselling – SIPCC, DE (Helmut Weiß als Koordinator)
  • Europäisches Institut für interkulturelle und interreligiöse Forschung, LI
  • Interdiac – International Academy for Diaconia and Social Action, Central and Eastern Europe, CZ
  • Centrum Misji i Evangelizacji Kosciola Ewangelicko- Augsburskiego, PL
  • Islamische Seelsorge für muslimische PatientInnen in Österreich
  • Comenius University in Bratislava, Evangelical Lutheran Theological Faculty, SK
  • Caritas Vlaanderen, BE
  • Diakonie Deutschland

Alle Einrichtungen sind in der Migranten- und Flüchtlingsarbeit engagiert, in allen findet Erwachsenenbildung statt und alle haben Kompetenzen in interkultureller und interreligiöser Arbeit – Voraussetzungen, in dem Projekt ihre Kompetenzen einzubringen.

Für diese Partnerschaft ist grundlegend, dass ein Austausch von Menschen und Organisationen aus sehr unterschiedlichen Ländern Europas ("West-, Mittel- und Osteuropa") stattfindet. Das gegenseitige Verständnis, die Effektivität der Projektergebnisse und die Qualität in der Bildung werden dadurch gesteigert.

Was ist der Inhalt, die Zielsetzung und die Zielgruppe?

Das Projekt will Fachkräfte in der Erwachsenenbildung so qualifizieren, dass sie Ehrenamtliche zur kultur- und religionssensiblen Begleitung von MigrantInnen und Flüchtlingen befähigen können. Es geht um eine besondere Art der Zuwendung zu Menschen, die Migration und Flucht erlebt haben, nämlich ihre kulturellen, aber vor allem ihre religiösen Prägungen in den Blick zu nehmen und als Lebenshilfe wahrzunehmen. Dies ist innovativ, da dies sonst kaum geschieht.

Zielgruppe sind zunächst Fachkräfte in der Erwachsenenbildung, die für Ehrenamtliche Konzepte zur Begleitung von MigrantInnen und Flüchtlingen entwickeln: die Lebenssituationen von MigrantInnen und Flüchtlingen besser wahrzunehmen; die kulturelle und religiöse Prägungen von MigrantInnen und Flüchtlingen ernst zu nehmen und kultur- und religionssensible Begleitung ausüben zu können.

Welche Aktionen planen wir?

Das Herzstück der Partnerschaft ist der persönliche Austausch. Dazu dienen vier transnationale Treffen:

  • 14. Sept. 2016 in Belgien: Eröffnung der Zusammenarbeit.
  • 9. – 11. Dezember 2016 in Bratislava: die Lebenswelt von MigrantInnen und Flüchtlingen erforschen
  • 23. – 26. Februar 2017 in CZ: Bildung von interkultureller und interreligiöser Kompetenz.
  • Mai 2017 in Düsseldorf: Ansätze von Bildungskonzepten für kultur- und religionssensible Begleitung.

Eine Lehr- und Lernaktivität zum Ende der Partnerschaft im Mai 2017 dient zum eigenen Training und zur Entwicklung in kultur- und religionssensibler Begleitung. Zusätzlich ist eine Reihe von schriftlichen Materialien geplant.

Mit welchen Methoden arbeiten wir?

Der vornehmliche methodische Ansatz ist prozessorientiertes Lernen durch persönlichen Austausch. Die Reflexion der eigenen und fremden Erfahrungen und Wahrnehmungen in diesem Austausch führt zu neuen Sichtweisen und Kenntnissen und ist Grundlage für die geplanten Bildungsmodelle.

Welches sind die Resultate und die Wirkungen?

Bei den Resultaten lassen sich „immaterielle“ und „materielle“ unterscheiden. Zu den materiellen zählen die ganz konkreten Ergebnisse: die gemeinsamen Treffen und die schriftlichen Produkte. Als direkte Wirkungen sollen vor allem zwei Punkte hervorgehoben werden: Materialien zur Erstellung von Bildungskonzepten für Ehrenamtliche in kultur- und religionssensibler Begleitung, die am Ende schriftlich vorliegen und weit verbreitet werden, und die zukünftige Zusammenarbeit der Partner, die fortgesetzt und nach Möglichkeit ausgeweitet werden soll – eventuell in einem neuen Projekt.

Zu den immateriellen Resultaten ist der Zugewinn an Kenntnissen und Kompetenzen der Teilnehmenden und der beteiligten Organisationen zu zählen. Durch persönlichen Austausch und Reflexion können Beziehung zu anderen Menschen besser gestaltet werden. Dies führt in Bildungsveranstaltungen zu besserer Kommunikation und zu fruchtbaren Bildungskonzepten für den zwischenmenschlichen Umgang.

Was geht über die Partnerschaft hinaus?

Die gemeinsame Zusammenarbeit der Organisationen in unterschiedlichen Ländern soll weiter geführt werden, so dass ein Netz für die Arbeit mit Flüchtlingen in Europa wächst.

Die Bildung für eine kultur- und religionssensible Begleitung sollen weiter entwickelt werden. Denn damit stehen viele Menschen und Organisationen erst am Anfang.

In Zukunft werden Materialen zu dem Projekt hier eingestellt.

Educational Concepts for Professionals in Culturally and Religiously Sensitive Care of Volunteers Working with Migrants and Refugees

Since 2014, Erasmus+ is the EU’s programme to support education in many fields and to enhance exchange in Europe. Many fields of education are included, such as schools, universities and life long learning. Organisations wanting to participate in Erasmus+ may engage in a number of development and networking activities, including creating transnational cooperative partnerships with organisations from other countries in order to produce innovative outputs or exchange best practices (further information).

From 2013 – 2015 SIPCC together with other organisations carried out a EU project in life long learning. The present project was applied for and granted in the framework of the “Innovation and good practices” programme, as a “Strategic Partnership”. It runs from 1 September, 2016 to 31 August, 2017.

The aim of the project is to provide teachers in adult education with concepts to encourage volunteers to respect the refugees’ and migrants’ own cultural and religious convictions as resources for building their own future in their new home country.

Why do we carry out this project?

The current difficult situation of migrants and refugees in many European countries is the context, background and motivation of this Strategic Partnership, entitled “ Educational Concepts for Professionals in Culturally and Religiously Sensitive Care of Volunteers Working with Migrants and Refugees ”. The fleeing of many people to Europe and their reception and support are challenges – and the partnership is responding to it. Since volunteers in may countries are doing a lot of work in helping and counselling migrants, it is necessary to educate them for their work.

Who is participating?

  • Society for Intercultural Pastoral Care and Counselling – SIPCC, DE (Helmut Weiß, coordinator)
  • Europäisches Institut für interkulturelle und interreligiöse Forschung, LI
  • Interdiac – International Academy for Diaconia and Social Action, Central and Eastern Europe, CZ
  • Centrum Misji i Evangelizacji Kosciola Ewangelicko- Augsburskiego, PL
  • Islamische Seelsorge für muslimische PatientInnen in Österreich
  • Comenius University in Bratislava, Evangelical Lutheran Theological Faculty, SK
  • Caritas Vlaanderen, BE
  • Diakonie Deutschland

All are involved in migrant and refugee work, in adult education and all have skills in intercultural and inter-religious work – requirements to contribute with their expertise in the project.

Fundamental for this partnership is the encounter and exchange of people and organisations from very different countries in Europe (“Western, Central and Eastern Europe”). Through exchange and mutual understanding the effectiveness of the project results increase and the quality of educational concepts will become higher.

What are the contents, the objectives, and the target audience?

The project aims to qualify professionals in adult education so that they can empower volunteers to cultural and religious sensitive accompaniment of migrants and refugees. It promotes a special kind of attention to people who have experienced migration and asylum, namely to become aware of their cultural, but above all of their religious imprinting and perceive that as means to cope with their present situation in life. This is an innovative approach, because it hardly ever is recognised as important.

The target group is first professionals in adult education, who will develop educational concepts for volunteers of monitoring migrants and refugees: to become more aware of the situation of migrants and refugees; to explore the cultural and religious backgrounds of migrants and refugees and to exercise cultural and religious sensitive accompaniment.

What actions do we plan?

The core of the partnership is personal exchange and sharing. To make that possible four transnational meetings will take place:

  • 14 Sep, 2016 in Belgium: Opening of the cooperation.
  • 9 – 11 Dec, 2016 in Bratislava, SK: Exploring the daily life of migrants and refugees.
  • 23 – 26 Feb, 2017 in the Czech Republic: competencies in intercultural and interreligious communication.
  • May 2017 in Dusseldorf: training concepts for cultural and religious sensitive care.

A teaching and learning activity at the end of the partnership in May 2017 is used for own training and for the developing concepts in cultural and religious sensitive accompaniment. In addition, a series of written materials is planned.

What methods do we use?

The primarily methodological approach is process-oriented learning through personal exchange and sharing. The reflection of own experiences and those of others and the growth of awareness in this exchange leads to new perspectives and knowledge and is the basis for the planned educational models.

What are the results and impacts?

There will be “intangible” and “tangible” results of this partnership.

The tangible results include the implementation of the mentioned joint meetings and the written products. As further tangible impacts mainly two points can be highlighted: the creation of educational concepts for volunteers in cultural and religious sensitive accompaniment, which will be presented in writings at the end, their widely dissemination and the future cooperation between the partners, which should be continued – possibly in a new project.

Among the intangible results of the project better knowledge and skills of participants and organisations in the mentioned fields can be mentioned. Personal interaction and reflection will enhance the relationship to other people. This leads to better communication in educational work and creates fruitful training concepts for interpersonal skills.

What will remain beyond the partnership?

The joint cooperation between organisations in different countries should be continued, so that a network for working with refugees in Europe is growing.

The formation of concepts for cultural and religious sensitive accompaniment will be further developed. Many people and organisations are just beginning with this approach.

In the future we will publish materials of the project in these pages.


Programm für Lebenslanges Lernen – Grundtvig

Von August 2013 bis Juli 2015 war SIPCC als Koordinator in einer Lernpartnerschaft mit nachstehenden europäischen Einrichtungen verbunden. Sie hatten sich zusammengetan, um „Soziale Integration von Menschen aus verschiedenen Religionen durch interkulturelle und interreligiöse Zusammenarbeit im Bereich seelsorgerlichen Beratung – INTERRELIGIÖSE SEELSORGE“ zu bearbeiten, zu dokumentieren und Modelle zu entwickeln, wie soziale Integration im europäischen Kontext und in den jeweiligen Ländern durch Seelsorge und Beratung gefördert werden kann. Einige Ergebnisse der Lernpartnerschaft sind die Hefte 23, 24 und 25 in der SIPCC Schriftenreihe Interkulturelle Seelsorge und Beratung.

Lifelong Learning Programme – Grundtvig

From August 2013 till July 2015, SIPCC was coordinating a learning partnership within the Lifelong Learning Programme of the European Union. Seven institutions from six countries cooperated in this partnership. Its central theme: Social integration of people from different religions through intercultural and interfaith cooperation on pastoral care. The activities of the learning partnership were documented in vols. 23, 24, and 25 of SIPCC our magazine: Intercultural Pastoral Care and Counselling .